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Redebeitrag zur Infoveranstaltung am 25.04.2021 von Herrn Frank Hildebrand

Gemeinsam für Burg

 

Liebe Damen und Herren aus Burg und darüber hinaus
Ich möchte in meinem Redebeitrag zwei Kernthemen ansprechen.
Beginnen möchte ich mit dem alles steuernden Inzidenzwert.
- Die gut und fachlich fundierten Kritiken bezüglich der Sensitivität und
Spezifität von Corona-Tests und den daraus zwangsläufig erwachsenden
Problemen sind ein Aspekt der landesweiten Diskussion die Corona
betreffen.
- Viel einfacher zu verstehen sind Probleme um die Berechnung des
Inzidenzwertes.
- Ein Inzidenzwert von 100 entspricht 1 positiv auf Coronaviren bzw. RNA
Brüchstücke Getesteten, auf 1000 Menschen = 0,001%.
- Dieser Positive muß weder infektiös noch krank sein.
- 1 Positiver auf 1000 Menschen in 7 Tagen führt zur “Notberemse” laut
Infektionsschutzgesetz, die unser Land lahm legt und unsere Gesellschaft ins
Wanken bringt.
- Der Inzidenzwert von 100 wird somit in Burg bei 4 positiv Getesteten
erreicht.
- Dieser Inzidenzwert sagt nichts über das Infektionsgeschehen aus. Er bildet
auch nicht ab, dass die Sterberate immer noch sinkt.
- Diese Sterberate in 2020 ist die niedrigste der letzen 9 Jahre und wird nur
vom Jahr 2019 unterboten (statistisches Bunderamt Sonderauswertung
Sterbefälle).
„Sehr geehrte Bundestags-Abgeordnete,
wenn eine Inzidenzwert-Grenze von 100 als Notbremse tatsächlich im neuen
Infektionsschutzgesetz festgeschrieben werden sollte, landet Deutschland im
Dauerlockdown!“ Dies sagten:
Dr. math. Astrid Baumann, Friedberg/Hessen, den 13.4.2021
ehemals Frankfurt University of Applied Sciences
OStR a.D. Wolfgang Büchel, Hattersheim
Dipl.-Math. Michael Horn, München
Dipl.-Math. StR a.D. Gottfried Paschke, Bad Homburg v.d.H.
ehemals Frankfurt University of Applied Sciences
Prof. Dr. Thomas Rießinger, Bensheim
ehemals Frankfurt University of Applied Sciences
OStD Markus Spindler, Halle/W.
- Der Haken am Inzidenzwert ist, daß mit absoluten Zahlen gerechnet wird
und die Bezugsgröße unter den Tisch fällt, nämlich die Zahl der Getesteten.
- Je mehr getestet wird, je mehr Positive finden wir.
- Der Rückgang des Inzidenzwertes über die Osterfeiertage von 134,2 (am
Gründonnerstag, 1. April) auf 105,7 (am Donnerstag, 8. April) erklärt sich laut
RKI dadurch, daß rund um die Osterfeiertage weniger Tests gemacht und
gemeldet wurden
(https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_89783242/rkimeldet-
12-196-coronaneuinfektionen-7-tage-inzidenz-sinkt.html).
Das ganze folgt den Gesetzen der Spieltheorie.
- Beispielsweise wird in einem Dorf vor Testung eine Gefährdungslage, die
durch 10 Positive charakterisiert ist, angenommen.
- Wir testen eine Anzahl von Menschen, von denen einige positiv sind.
- Daraus leiten wir einen Inzidenzwert von x ab.
-Testen wir jedoch doppelt so viele, so wird je nach weiteren gefundenen
Positiven unsere Inzidenzzahl steigen ohne, daß sich die Gefährdungslage
von 10 Positiven im Dorf verändert hätte.
- Die Formel: Positive / Einwohner x 100 000 hat überhaupt keinen Bezug zur
Realität.
- Mit den Selbsttests wird sich die Lage weiter verkomplizieren, da auch
deren Anzahl nicht in die Berechnung einfließt!
- Was ist eigentlich in unserem Land passiert, daß so einfache
Zusammenhänge nicht verstanden werden wollen.
Ein zweites, sehr wichtiges Thema
- Was wird aus unseren Kindern?!
- Wie hoch sind die Kollateralschäden - jedoch nicht nur bei ihnen?
- Die Erfahrungshorizonte unserer Kinder werden durch die bekannten
Maßnahmen massiv eingeschränkt. Dies hat auf ihr weiteres Leben oft
dauerhaften Einfluß.
- Die dramatische Abnahme der Lebenqualität spüren wohl die meisten.
- Die erzwungene Anpassung unserer Kinder an unnatürliche Abläufe,
Rythmen und Vorgaben führt zur Verschärfung des Verlustes an
Lebensqualität und zerstört ihre Geborgenheit.
- Quarantänemaßnahmen bedeuten Isolation und Wegsperren von meistens
völlig gesunden Kindern. Wie erkläre ich meinem Kind, was gerade
geschieht?!
- Der Kontaktabbruch zwischen Familienmitgliedern ist für kleinere Kinder
besonders problematisch.
- Zukunftsängste, steigende Suizidzahlen bei Kindern und Jugendlichen sind
eine Folge unserer Politik.
- Kinder brauchen Nähe und Berührungen, statt Abstand und Isolation.
- Eine starke Unterdrückung der eigenen kindlichen Bewürfnisse ist nötig, um
den Anpassungen an die aktuellen Bedingungen zu entsprechen. Haben wir
auch nur eine Vorstellung, was dies für unsere Kleinen bedeutet?
- Kinder reduzieren sich selbst, um dem Außen zu genügen. Daraus folgen
psychische Auswirkungen: Depressionen, Neurosen, Angsstörungen.
- Narzismus, der die gesamte Gesellschaft zerfrißt, wird auch hier gefördert.
- Die Zunahme häuslicher Gewalt, besonders in den Städten, ist nicht weg zu
diskutieren.
- Fehlende Mimik durch Mund- und Nasenschutz macht es den Kindern
schwer, ihrer spezifischen Welt zu folgen. Denn ihre Welt ist eine besonders
persönliche. Können Sie sich an die Ihre erinnern?
Coronakinderstudien liefern erste Ergebnisse eines deutschlandweiten
Registers zur Mund-Nasen-Bedeckung (Maske) bei Kindern
Die Beteiligten berichten zu 68 %, dass Kinder über Beeinträchtigungen
durch das Maskentragen klagen. Zu den Nebenwirkungen zählten Gereiztheit
(60 %), Kopfschmerzen (53 %), Konzentrationsschwierigkeiten (50 %),
weniger Fröhlichkeit (49 %), Schul‑/Kindergartenunlust (44 %), Unwohlsein
(42 %), Beeinträchtigungen beim Lernen (38 %) und Benommenheit/
Müdigkeit (37 %).
- Warum dies überhaupt möglich ist, erfahren Sie bei Hans Joachim Maaz
und D. und A. Czycholl „Corona-Angst“. Diesem Buch gibt es wenig hinzu zu
fügen, es ist beachtenswert!
„Lassen Sie mich abschließend persönlich zum Ausdruck bringen: Der
heutige Tag ist für mich ein Tiefpunkt in der föderalen Kultur der
Bundesrepublik Deutschland.“ So möchte ich enden. Doch dies sagte Reiner
Haslhoff - Sachsen-Anhalts Ministerpräsident.
Doch er hatte mit seiner Zustimmung im Bundestag den per Grundgesetz
festgeschriebenen Förderalismus selbst ausgehebelt.
Niedersachsens Ministerpräsident Weil: „Wir wissen alle, dass die
Verfassungsmäßigkeit dieser Regelung fraglich ist.“ Und: „Es ist in der Tat so,
dass ein Abwägungsverbot bei Grundrechtseingriffen diese hohe Hürde (vor
dem Verfassungsgericht) nehmen muss.“
Deutlicher kann es nicht gesagt werden, als Weil es tat.
Sie beschlossen ein Gesetz, von dem sie wußten, dass es nicht
verfassungsgemäß ist und das sich auf einen jederzeit zu manipulierenden
Inzidenzwert von 100 bezieht.
Ich danke Ihnen, mir zugehört zu haben……
Frank Hildebrand

 

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Redebeitrag zur Infoveranstaltung am 25.04.2021 von Frau Ira Frackmann

ehemalige Bürgermeisterin und Rechtsanwältin

 

 

Liebe Bürgerinnen und Bürger,



ich möchte heute ein wenig über die Rechtsprechung zu den Corona-Maßnahmen

berichten.



Bisher haben auf die Corona-Maßnahmen in den Verordnungen der einzelnen

Bundesländern auch diverse Gerichte reagiert( wobei hier nur Auszüge genannt werden).



Auch wenn in der Sache immer der Einzelfall zu betrachten ist, ist dennoch auffällig, dass

mehrere Amtsgerichte in Bußgeldverfahren wegen Verstößen gegen die

Kontaktbeschränkungen die Betroffenen frei sprachen, weil sie die Verordnungen mit

höherrangigen Recht nicht als vereinbar ansahen.

Außerdem hielten mehrere Verwaltungsgerichte und Oberverwaltungsgerichte die

Ausgangssperren für unrechtmäßig und hoben diese auf.

Zudem wurden Beschränkungen für den Einzelhandel und fixe Obergrenzen für das Treffen

mit Personen aus anderen Haushalten für unangemessen gehalten und aufgehoben.

Die Schließung von Zoos und Tierparks wurde von einem Oberverwaltungsgericht außer

Vollzug gesetzt, weil das Infektionsrisiko beim Aufenthalt im Freien von vorneherein

vergleichbar gering sei.

Auch erfolgten mehrere Außervollzugsetzungen einzelner Maßnahmen wegen Verstoß

gegen den allgemeinen Gleichheitsgrundsatz aus Art. 3 GG.



Darüber hinaus wurden von mehreren Eltern Anträge wegen Kindeswohlgefährdung bei den

Familiengerichten gestellt.

Hierauf hat das Amtsgericht Weimar das Tragen der Masken, die Testpflicht und den

Mindestabstand in der Schule aufgehoben und für 2 Schulen verfügt, dass dieses an zwei

Schulen zu unterlassen ist, weil das Wohl der Kinder durch den Zwang Masken zu tragen

und untereinander Mindestabstand zu halten gefährdet sei. Die Kinder würden dadurch

psychisch, physisch und pädagogisch geschädigt, ohne dass dem ein Nutzen für die Kinder

oder Dritten gegenüberstehe. Dabei verwies das Amtsgericht in einer 178 Seiten langen

Begründung auf diverse Expertenmeinungen und Gutachten.



Auch das Amtsgericht Weilheim untersagte das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes auf dem

Schulgelände mit der Begründung, dass der Zwang zum Tragen der Maske im Unterricht

als unzulässiger, die Gesundheit gefährdender Eingriff in die körperliche Integrität der

Kinder zu werten sei.



Es sei der Hinweis erlaubt, dass natürlich viele weitere Anträge von einer Vielzahl von

Gerichten abgelehnt wurden.



Letztlich wurden nun gegen die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes mehrere

Verfassungsbeschwerden eingelegt. Hier bleibt abzuwarten.



Abschließend sollten Alle selbst darüber nachdenken und für sich bewerten, ob die

massiven Einschränkungen der Grundrechte angesichts der tatsächlichen Lage in

dieser Form als zulässig, verhältnismäßig und geboten anzusehen sind.

 

 

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 Redebeitrag zur Infoveranstaltung am 25.04.2021 von Bernd Ragotzky

Tischlermeister und Gemeindevertreter der Fraktion GfB

 

 

Sehr geehrte Bürger liebe Freunde

 

 

ich bin langjähriges Mitglied in der Gemeindevertretung Burg

und Abgeordneter der Fraktion Gemeinsam für Burg.

 

Wir die Gemeindevertreter sind die unterste Stufe der Politik. Wir sind so zu sagen die Basis und für

mich persönlich ist es an der Zeit öffentlich klar Stellung zu beziehen. Das ich die Beschlüsse der

Bundesregierung in der Coronapolitik nicht mittrage.

 

Ich möchte nicht mit verantwortlich dafür sein, das unsere Wirtschaft gegen die Wand gefahren wird.

 

Mit Wirtschaft meine ich nicht nur den Tourismus in Burg.

Nein die Folgen zeigen sich mittlerweile in allen Bereichen.

Es gibt Lieferengpässe im Handwerk .

 

Über drastische Preissteigerungen möchte ich gar nicht erst reden.

 

Als Handwerker vermag ich gar kein Preisangebot mehr abgeben,

in dem ich mich länger als 14Tage binden muss , da Holz mittlerweile

zu Tagespreisen gehandelt wird.

 

Wo soll das noch hin führen?

 

Sicher nicht in eine gute Zukunft, wie es uns Annalena Baerbock versprochen hat.

 

Was mich besonders beunruhigt, ist die fortschreitende Spaltung unserer Gesellschaft.

 

Die Möglichkeiten nur noch Schwarz oder Weiß.

 

Es gibt kein Grau mehr, kein dazwischen.

 

Deswegen rufe ich euch alle auf, bleibt im friedlichen Dialog.

Redet miteinander und streitet meinetwegen auch.

Aber bleibt sachlich und vor allem friedlich.

 

Nur gemeinsam können wir die Welt in eine glückliche Zukunft führen.

 

Es war im Herbst 1989, ich war 27 Jahre alt,

 

als mein Vater zu mir sagte: in Cottbus wird demonstriert. Gegen die Diktatur und für die Freiheit.

 

Kommst du mit?

Und wir gingen hin und es war wie Balsam für unsere Seele und unser Gewissen.

 

Mein Vater der 1939 geboren wurde und Krieg und Diktatur sein Leben lang erfahren musste,

 

er hat nur noch wenig von der Freiheit gehabt.

 

Er ist vor ca.15Jahren gestorben.

 

Aber er hat das sicher vor allem für unsere Generation getan

und er hätte mit Sicherheit auch heute wieder hier gestanden.

 

Lasst unser Erbe an unsere Kinder nicht nur Zwietracht und Schulden sein.

 

Ich stehe hier, weil ich eine Entmündigung unserer Bürger sehe

und als gewählter Volksvertreter möchte ich das hier und hiermit anprangern.

 

 

Ich danke für eure Zeit und euer Vertrauen und dafür das ihr mir zugehört habt.

 

Vielen Dank!

 

 

 

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zur Erarbeitung der Fortschreibung von "Burg 2020" wurde ein Zukunftsausschuß gebildet.

Es sind alle interessierten Bürger zur Mitarbeit aufgerufen.

Die Termine der Tagungen werden veröffentlicht

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

Wahl 2019 (1).docx
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Stellungnahme der Gemeindevertreter Burg

 

 

 

zur Restauration des „Kriegerdenkmales“

 

                                                                                                                                                                                   

 

 

 

 

 

 

 

In der Gemeindevertretersitzung am 04.03.2015 haben die Gemeindevertreter mit Bürgern und Mitgliedern des Gemeindekirchenrates Burg über den Umgang mit dem Denkmal zum Gedenken an die Gefallenen des 1. Weltkrieg diskutiert.

Das Denkmal wurde 1921 neben der Burger Kirche errichtet. Zum Ende des 2. Weltkrieges wurde der Soldat vom Denkmal abgenommen und vergraben. Man befürchtete, dass das Denkmal sonst von den russischen Truppen zerstört wird.

Nach der Wende wurde der Soldat wieder ausgegraben und der Versuch gestartet ihn auf zu arbeiten. Das Ergebnis ist eher verheerend. Derzeit lagert er auf dem Grundstück der Familie Brendel.

Der Gemeindekirchenrat möchte das Denkmal restaurieren lassen. Allerdings so wie es derzeit an der Kirche steht, ohne Soldat.

Nach intensiver Diskussion hat sich die Gemeindevertreter am 21.01.2015 einstimmig, dafür ausgesprochen, dass das Denkmal in seinem ursprünglichen Zustand restauriert werden soll.

In der Sitzung am 04.03.2015 teilten die anwesenden Mitglieder des Kirchengemeinderates mit, dass der Beschluss, das Denkmal ohne Soldat zu restaurieren ebenfalls einstimmig gefasst wurde.

Man ist der Meinung, dass die Entscheidung zu diesem Denkmal 1921 ein Fehler war. Der Soldat erscheint nicht betroffen, sondern „eher trotzig“. „Auf dem Boden diese Stolzes erwuchs der Nationalsozialismus.“

Der Spruch „Der alte Gott lebt noch“ unterstreiche dies.

 

Weiterhin wäre eine vollständige Sanierung aus Kostengründen nicht möglich.

Die Gemeindevertreter können der Argumentation nicht folgen. Welche Gedanken den Bildhauer und den Denkmalausschuss damals bewegt haben, können wir heute nicht wissen. Sicher kann jeder das Denkmal aus seiner Sicht interpretieren. Eine trotzige oder stolze Haltung können die Gemeindevertreter aber nicht sehen. Der Soldat hat den Helm abgenommen und steht erkennbar in Gedenken an seine gefallenen Kameraden mit dem Blick himmelwärts.

Der Spruch „Der alte Gott lebt noch“ ist durchaus als Trost zu verstehen. Nach Tod und Verzweiflung ist vielen der Glaube an Gott verloren gegangen, aber er „lebt noch“ und gibt Hoffnung und Zuversicht.

Man muss die Entstehung des Denkmales im geschichtlichen Kontext der Zeit nachdem 1. Weltkrieg sehen. Es sollte in seinem ursprünglichen Zustand wieder hergestellt werden.

Zu den Kosten ist zu sagen, dass sowohl die Gemeinde Burg, als auch zahlreiche Privatpersonen bereit sind, sich an der Finanzierung zu beteiligen.

Leider ist die Diskussion zwischen Gemeindekirchenrat und Gemeindevertretung festgefahren.

Mit dem Denkmal wird der Gefallenen Soldaten aus Burg gedacht. Deshalb möchten wir anregen, dass sich die Bürger der Gemeinde Burg in die Diskussion einbringen. Es geht um Ihre Vorfahren.

 

 

 

 

 

 

 

Der alte Gott lebt noch

 

 

 

 

Es war eines Sonntags Morgen. Die Sonne schien hell und warm in die Stube; linde erquickliche Lüfte zogen durch die offenen Fenster; im freien unter dem blauen himmel jubilierten die Vögel und die ganze Landschaft, in Grün gekleidet und mit Blumen geschmückt, stand da wie eine Braut an ihrem Ehrentage. Aber während nun draußen überall Freude herrschte, brütete im Hause, in jener Stube, nur Trübsal und trauer. Selbst die Hausfrau, die sonst immer eines heiteren und guten Mutes war, saß heute mitumwölktem Antlitz und mit niedergeschlagenem Blicke da beim Morgenimbiß und sie erhob sich zuletzt, ohne etwas zu essen, vom Sitze, und eine Träne aus dem Auge wischend, eilte sie gegen die Tür zu.

 

 

 

Es schien aber auch in der Tat, als wenn der Fluch auf diesem Hause lastete. Es war Teuerung im Lande, das Gewerbe ging schlecht, die Auflagen wurden immer drückender, das Hauswesen verfiel von Jahr zu Jahr mehr und es war am Ende nichts abzusehen als Armut und Verachtung. Das hatte den Mann, der sonst ein fleißiger und ordentlicher Bürger war, schon seit langer Zeit trübsinnig gemacht, dergestalt, daß er an seinem ferneren Fortkommen verzweifelte und manchmal sogar äußerte, er wolle sich selbst ein Leid antun und seinem elenden und trostlosen Leben ein Ende machen. Da half auch kein Zureden von Seiten seiner Frau, die sonst immer aufgeräumten Sinnes war, und alle Trostgründe seiner Freunde, weltliche und geistliche, verschlugen nichts und machten ihn nur schweigsamer und trübseliger.

 

 

 

Der geneigte Leser wird denken, da sei es kein Wunder gewesen, daß dann zuletzt auch die Frau all ihren Mut und ihre Freude verloren hat. Es hatte aber mit ihrer Traurigkeit eine ganz andere Bewandnis, wie wir bald hören werden. Als der Mann sah, daß auch sein Weib trauerte und nun forteilte, hielt er sie an und sprach: "Ich lass dich nicht aus der Stube, bist du sagst was dir fehle." Sie schwieg noch eine Weile; dann aber tat sie den Mund auf, und indem sie einen tiefen Seufzer holte, sprach sie: "Ach, lieber Mann, es hat mir heute Nacht geträumt unser lieber Herrgott sei gestorben und die lieben Engelein seien ihm zur Leiche gegangen." - "Einfalt!" sagte der Mann; "wie kannst du so etwas Albernes für wahr halten oder auch nur denken? Herzlieb, bedenk doch, Gott kann ja nicht sterben!" Da erheiterte sich plötzlich das Gesicht der guten Frau, und indem sie des Mannes beide Hände erfaßte und zärtlich drückte, sagte sie: "Also lebt er noch, der alte Gott?" - "Ja, freilich!" sprach der Mann; wer wollte denn daran zweifeln?" Da umschlang sie ihn und sah ihn an mit ihren holdseligen Augen, aus denen zuversicht und Friede und Freudigkeit strahlte, und sie sprach: "Ei nun, Herzensmann, wenn der alte gott noch lebt, warum glauben und vertrauen wir denn nicht auf ihn, der unsere Haare gezählt hat und nicht zuläßt, daß eines ohne seinen Willen ausfalle, der die Lilen des Feldes bekleidet und die Sperlinge ernährt und die jungen Raben, die nach Futter schreien?"

 

 

 

Bei diesen Worten geschah es dem Manne, als fielen ihm plötzlich Schuppen vom Auge und als löste sich das Eis, das sich um sein Herz gelegt hatte. Und er lächelte zum ersten Male wieder nach langer Zeit und er dankte seinem frommen, lieben Weibe für die Liust, die sie angewandt, um seinen toten Glauben an Gott zu beleben und das Zutrauen zu ihm hervorzurufen. Und die Sonne schien nun noch freundlicher in die Stube auf das Antlitz zufriedener Menschen und die Lüfte wehten erquicklicher um ihre verklärten Wangen und die Vögel jubilierten noch lauter in den Dank ihrer Herzen gegen Gott

 

 

 

Ludwig Auerbacher Aus einem uralten Lesebuch der katholischen Volkshauptschule Bayerns.

 

Wenn wir im Wohlstand Gott aus unseren Herzen verbannt haben, welche Hoffnung haben wir dann in der Not? Werden wir dann nicht verzweifeln und hassen und großes Blutvergießen anrichten? Was bleibt, wenn scheinbar nichts mehr bleibt? Das Innenleben verkümmert bei immer mehr Menschen und es tritt in der Not besonders stark zutage!


Quelle: http://www.mutev.de/BilderHTMLect/Der%20alte%20Gott%20lebt%20noch.htm

 

 

                                                                                                                                                                                                                                                                           

Gemeinsam für Burg  | info@gemeinsam-fuer-burg.de